Die Genesung bringt mich dem Frieden und der Selbstakzeptanz näher

Meine frühesten Erinnerungen drehen sich darum, wie meine Mutter mich überfütterte und mir auf dem Schulweg Süßigkeiten kaufte. Ich wurde wegen meines Übergewichts gemobbt, und meine Mutter war stolz auf meine Größe und verband sie mit Gesundheit und Wohlstand. Die Beziehung meiner Familie zum Essen war tief in vergangenen Nöten verwurzelt, was dazu führte, dass Überessen als Symbol des Überflusses galt. Die Sommer im Dorf meiner Eltern verstärkten dies noch, da auch Verwandte mit Übergewicht und psychischen Problemen zu kämpfen hatten. Mein Großvater suchte sogar Hilfe bei einem Ernährungsberater, doch der Fokus blieb auf Essen als Quelle des Trostes.
Mit zunehmendem Alter wurde mein Gewicht zu einer Quelle des Schmerzes. Ich wurde verspottet, ausgegrenzt und entwickelte einen tiefen Selbsthass. Radfahren war für mich eine Fluchtmöglichkeit, doch mein Verhältnis zum Essen blieb toxisch. Meine Mutter versteckte Essen und machte es zu einem verbotenen Verlangen. In meinen Zwanzigern geriet ich in Essattacken, besonders nach Liebeskummer. Ich probierte extreme Diäten aus und verlor 20 kg, doch das führte zu einer ungesunden Schlankheitsbesessenheit und beinahe zur Magersucht.
Mit Ende 20 schloss ich mich den Overeaters Anonymous (OA) an, um Hilfe für meine Esssucht zu suchen. OA lehrte mich, mich meinen Gefühlen zu stellen, anstatt sie im Essen zu vergraben. Ich erlebte Phasen der Abstinenz, aber Rückfälle kamen häufig, oft ausgelöst durch Stress, Familienbesuche oder gesellschaftliche Ereignisse. Jeder Rückfall lehrte mich mehr über meine Auslöser und die Bedeutung eines strukturierten Ernährungsplans.
Mit der Zeit lernte ich, Grenzen zu setzen, insbesondere gegenüber meiner Familie, und meine Genesung in den Vordergrund zu stellen. Ich verließ toxische Umgebungen, fand Unterstützung bei OA und gewann allmählich die Kontrolle über mein Essverhalten zurück. Trotz Rückschlägen habe ich akzeptiert, dass mein Verhältnis zum Essen ein lebenslanger Kampf ist, aber mit der Unterstützung von OA kann ich es schaffen. Die Genesung verläuft nicht geradlinig, aber jeder Schritt bringt mich dem Frieden und der Selbstakzeptanz näher. – Spanien
